[Blockhauslexikon]
Das Original.

Was muß ich während der Montage beachten? Wie kann eine Kostenexplosion in der Bauphase vermieden werden?

Blockhäuser sind sehr langlebig und haben einen hohen Wiederverkaufswert, unter der Voraussetzung, daß die Planung, Produktion und die Montage des kompletten Holzbausatzes und alle beteiligten Gewerke fehlerfrei und korrekt nach den Anforderungen der Blockbauweise durchgeführt werden.

Eine der wichtigsten Phasen bei der Realisierung eines Blockhausprojektes ist die Montage. Ihre gründliche Vorbereitung und reibungslose Durchführung mit erfahrenem Personal ist sozusagen eine Versicherung, daß Sie lange Zeit Freude an Ihrem Blockhaus haben werden.

Daher sollten Sie die Anforderungen an die Blockhauskonstruktion und vor allem an die Montage nicht unterschätzen. Es ist nicht zu empfehlen, nachträglich Konstruktionsveränderungen vorzunehmen, da man sonst leicht in Widerspruch zu den Anforderungen der Blockbauweise und der erstellten Statik gerät. Außerdem wird oft übersehen, daß die Montagearbeit bei echten Blockhäusern körperlich sehr schwer ist.

Achten Sie auch darauf, daß unerfahrene Handwerker nicht eigenmächtig nachträgliche Konstruktionsveränderungen vornehmen, sonst kann trotz korrekter Planung und maßgenauer Produktion der Blockhausbau zu einem Albtraum werden. Beauftragen Sie deshalb nur vom Lieferanten autorisierte Handwerker und Montagegruppen von Meisterbetrieben mit nachweisbaren Erfahrungen in der Blockhausmontage und überprüfen Sie auch deren Referenzen. Die preiswerteste Montage eines Blockhausbausatzes hilft Ihnen nicht immer beim Sparen an den tatsächlichen Gesamtbaukosten. Schlechte Qualität, ein unvollständiger Bausatz, für Wohnhäuser viel zu dünne und nicht formstabile Blockbohlen und Montagefehler mit Folgeschäden können die kurze Freude am niedrigen Preis nachhaltig trüben.

Hier finden Sie einige Hinweise, die Ihnen helfen sollen, eine gelungene Montage zu realisieren und Sie vor Kostenexplosionen zu schützen. Viele der hier genannten Hinweise sind übrigens nicht nur bei Blockhäusern, sondern genauso auch bei anderen Bauweisen von Einfamilienhäusern beachtenswert.

Versicherungen, Berufsgenossenschaft:

Bereits vor Beginn des Bauvorhabens sollten Sie sich absichern. Nötig sind Bauherrenhaftpflichtversicherung, Rohbau-Feuerversicherung und Bauleistungsversicherung.
Beachten Sie unbedingt, daß die Helfer, die Sie beim Bau beschäftigen (auch Freiwillige, Verwandte usw.), bei der Berufsgenossenschaft gemeldet/versichert werden müssen. Zuwiderhandlungen können Geldstrafen nach sich ziehen. Informieren Sie sich besser rechtzeitig!

Das Fundament:

Überprüfen Sie, daß die vorgesehenen Fundamentmaße wie geplant eingehalten werden - sonst könnten erhebliche und kostspielige Nachbesserungsarbeiten am Fundamenten notwendig werden.

In der Praxis begegnen uns leider manchmal die folgenden Probleme:

Bei zu niedrigen Fundamenten verschmutzt das Spritzwasser die Blockwand. In den dann stets durch Regenwasser oder Schneeschmelze feuchten Holzfassaden hält die Oberflächenbehandlung nicht, Spätschäden können z. B. Moos- und Schimmelbildung sein. Beachten sie den konstruktiven Holzschutz!

Wenn die Maße der Fundamente von Carport, Terrasse und Stützenfundamente abweichend von der Planung nachträglich verändert werden, können die millimetergenau produzierten Holzbauteile nur mit viel Mühe und Mehrarbeit montiert werden.

Abarbeiten der Montageunterlagen:

Leider müssen wir immer wieder feststellen, daß Konstruktionszeichnungen, Statik und allgemeine Montageanleitungen nicht von allen beteiligten Handwerkern ernstgenommen werden. Schon ein Nagel an der falschen Stelle kann später eine Undichtigkeit verursachen (durch den sich bildenden Spalt) und die Wartung sehr erschweren. Hier sollten Sie unbedingt auf die Einhaltung pochen!

Baustelle:

Der Bauplatz und die Umgebung müssen ausreichend befestigt sein. Die Unfallgefahr steigt durch nicht abgesicherte Öffnungen und rutschigem Boden. Als Abhilfe ist hier das Streuen vom Kies oder Holzhäcksel zu empfehlen.

Baustrom:

Zu schwacher Baustrom macht Probleme!

Wasser:

Zur Reinigung von Schuhen, Werkzeugen und Händen ist eine Wasserversorgung nötig.

Handwerker:

Hier zeigt die Erfahrung, daß mitunter die beauftragten Handwerker der verschiedenen Gewerke die Anforderungen der Blockbauweise nicht berücksichtigen und die vereinbarten Termine nicht einhalten. Eine Montage eines kompletten Holzbausatzes kann jedoch nur ohne Wartezeiten durchgeführt werden, wenn die ergänzenden Gewerke Hand in Hand mit den Blockhausmonteuren arbeiten.

Bei der Ankunft der Materiallieferung des Blockhauses:

Kran:

Bringen Sie in Erfahrung, welche Lasten wie weit zu bewegen sind, damit der Kran nicht zu schwach oder zu klein ist. Immerhin können die Bündel und Pakete bis zu 3000 kg (je nach Balkenstärke) wiegen! Wählen Sie eine zuverlässige Firma, damit der Kran nicht unpünktlich ist oder kaputt geht. Auch zur Unterstützung bei der körperlich sehr schweren Montagearbeit der Blockbalkenwände, Deckenbalken und Dachstuhl wird es meistens nötig sein, eine Kran zu benutzen.

Transport:

Die Zufahrtswege müssen bis zur Baustelle für schwere LKW befahrbar sein. Denken Sie auch an zu passierende Brücken mit Gewichtsbeschränkungen und Unterführungen, die zu niedrig sein könnten! Da die LKWs, die die Blockbalken transportieren, sehr lang sind, darf die Zufahrt keine engen Kurven oder sehr winklige Ortsdurchfahrten haben. Informieren Sie sich im Zweifel unbedingt vorher beim Blockhausanbieter.
Zum Abladen müssen Sie eventuell dafür sorgen, daß beim Ordnungsamt ein Antrag für ordnungsgemäße Straßensperren genehmigt wird.

Lieferung:

Vergleichen Sie die Lieferung bei der Ankunft unbedingt mit dem Lieferschein. Beschädigte oder fehlende Teile müssen sofort korrekt bei der Spedition und beim Blockhaus- bzw. Materiallieferant reklamiert werden, sonst entfallen alle Ansprüche.

Lagerplatz und Baustelle:

Das Bauholz ist empfindlich gegen Feuchtigkeit und Schmutz. Daher dürfen auf dem Lagerplatz kein hohes Gras, Wasserlachen oder Schlamm anzutreffen sein.

Außerdem darf man nicht vergessen, daß die Bündel und Packungen ein sehr hohes Gewicht haben: die Lagerfläche darf nicht zu weich und feucht sein, damit nichts einsinkt. Der Bauherr muss Unterlaghölzer in ausreichender Menge und Stärke für die Pakete und Bündel zur Verfügung stellen.

Spritzwasser, Schlammspritzer und Schimmelbildung durch Bodenfeuchte verursachen unerwünschte Farbveränderungen oder nicht entfernbare Verschmutzungen des Baumaterials.

Lagerung:

Sie sollten immer darauf achten, daß die angelieferten Bündel und Packungen der Bauteile nie mit direktem Kontakt zu feuchten Boden, Gras oder gar Wasserpfützen gelagert werden dürfen, sie sind ungeschützt gegenüber eindringender Feuchtigkeit. Durch Wärmeeinwirkung der Sonne kann in beschädigten Packungen ein Treibhausklima entstehen, das die Entwicklung des Bläuepilzes (Verfärbung!) begünstigt. Auch direkte langandauernde Sonnenbestrahlung kann unerwünschte Farbveränderungen und Verformungen verursachen. Eine luftige (!) Abdeckung mit einer dunklen Bauplane kann hier abhelfen. Eine falsche Lagerung auf der Baustelle kann das Baumaterial beschädigen und so die Montage der passgenau gefertigten Bauteile erschweren.

Baugerüst:

Auch hier gibt es einiges zu beachten: Laut Gesetz dürfen Handwerker bei Arbeiten über 2 Metern Höhe nicht ohne Baugerüst tätig sein. Beugen Sie möglichen Ordnungsmaßnahmen und hohen Geldbußen vor! Montieren Sie das Baugerüst rechtzeitig, damit es nicht zu einem vorübergehenden Baustopp oder Mehrkosten durch mögliche Wartezeiten der Handwerker kommt. Je nach Haustyp kann auch für Arbeiten im Innenbereich ein bewegliches Baugerüst notwendig sein.

Andere Probleme:

Viele Probleme beim Blockhausbau treten immer wieder auf, obwohl es sehr leicht ist, sie zu vermeiden. Zunächst mögen sie geringfügig erscheinen, aber die Folgeschäden können schwerwiegend sein und verursachen Mehrkosten. Die hohen Anforderungen an Wohnblockhäuser und die Vielseitigkeit der Konstruktionen von Blockhäusern erfordern Fachkenntnisse und Erfahrungswerte bei den Handwerkern. Insbesondere der Einsatz von unerfahrenen Handwerkern oder Laien führt manchmal zu Problemen in der Montage. Unserer Erfahrung nach kommt es immer wieder zu den folgenden Fehlern und Problemen:

Nach Fertigstellung:

Auch nach der Montage gibt es noch einiges, was Sie beachten sollten.

Lüftung:

Vermeiden Sie falsches Lüften und Heizen in der Phase der Fertigstellung - die Feuchtigkeit muß gleichmäßig und nicht zu schnell abgeführt werden. Je nach Jahreszeit und Wetterlage kann falsches Lüften bzw. Heizen zu starker Rißbildung oder Blaufäule führen.

Fazit:

Lassen Sie sich nun aber von unserer Zusammenstellung nicht beirren: Die Montage eines Blockhauses ist keinesfalls ein solcher Horrortrip, wie es Ihnen nach dieser Lektüre eventuell scheinen mag. Mit etwas Planung, Koordination und erfahrenem Personal läßt er sich im Gegenteil schnell und einfach realisieren, und Ihr Blockhaus wird ihnen viel Freude bringen. Wir wollen Ihnen aber helfen, Fehler und Probleme, die erfahrungsgemäß immer wieder vorkommen, zu vermeiden, indem wir sie hier veröffentlichen. Lernen Sie daraus!